An einem Morgen im April..

..weil das, was wirklich zählt, bleibt, auch wenn es sich dem Blick entzieht..

Manchmal weiß man, dass ein Tag kommen wird und trotzdem fühlt es sich unwirklich an, wenn er dann da ist. Vielleicht, weil Abschiede nie wirklich selbstverständlich werden, egal wie oft man ihnen schon begegnet ist. Irgendwann stehen wir alle an diesen Orten, zwischen Blumen, leisen Stimmen und Menschen, die versuchen, ihre Traurigkeit irgendwie festzuhalten, obwohl sie längst größer geworden ist als Worte. Das Seltsame ist, dass die Welt dabei nicht stehen bleibt. Der Alltag läuft einfach weiter, fast unverschämt normal, während man selbst kurz innehält und merkt, wie vergänglich eigentlich alles ist. Zeit fühlt sich dann anders an. Nicht langsamer, nicht schneller — eher so, als würde sie einem durch die Finger gleiten, während man noch versucht, einen Moment festzuhalten. Ich hatte meinen Brief dabei, wie immer. Ein letzter Gruß. Ein paar Gedanken, die niemand hören muss und die trotzdem ihren Platz brauchen. Dann diese Augenblicke, die einen unvorbereitet treffen. Musik, die plötzlich etwas öffnet, von dem man gar nicht wusste, dass es gerade so nah an der Oberfläche liegt. Worte, die einen begleiten, vielleicht schon seit Jahren und die in genau diesem Moment tiefer klingen als sonst. „Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, sagt der kleine Prinz. Vielleicht stimmt genau das. Vielleicht vergessen wir im Alltag zu oft, wie zerbrechlich alles ist. Wie schnell Zeit vergeht. Wie selbstverständlich uns Menschen und Momente werden, bis man plötzlich an einem Ort sitzt, an dem nichts mehr selbstverständlich ist. Die Traurigkeit war da, aber sie war leise. Nicht dieses große Zerbrechen, eher ein stilles Mitschwingen. Dieses Bewusstsein, dass wir alle irgendwann Abschied nehmen müssen. Von anderen. Von Momenten. Von Lebensphasen. Vielleicht irgendwann auch von uns selbst. Vielleicht sind solche Tage genau deshalb so schwer zu beschreiben, weil sie nicht nur vom Verlust erzählen, sondern genauso vom Blick auf das, was war. Auf das, was schön war, auf das, was wir im Herzen tragen — Erinnerungen, die nicht verschwinden, sondern in uns weiterklingen. Und dieses leise, fast warme Gefühl dafür, wie kostbar Menschen und Momente sind, gerade weil wir sie nicht festhalten können…

by KathiStrophe

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

Leo Tolstoi

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