Was mein ist, ist dein…

…zwischen Diebstahl und Spende.

Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der gern teilt, jedoch würde ich es unheimlich toll finden, das vorher auch zu wissen. Viele von uns, darunter auch ich, teilen ihr Hab und Gut mit denen, die weniger Glück im Leben haben. Manchmal gibt es Momente, da teilen wir ohne es zu wissen und nicht aus freien Stücken. So geschah es, dass ich eines Morgens den Nachwuchs mit dem Fahrrad zur KiTa bringen wollte, aber ein wesentlicher Teil dieses Plans fehlte: das Fahrrad. Am Abend zuvor hatte ich es, wie so oft, vor der Tür angeschlossen. Bisher war nie etwas passiert, die Gegend war ruhig und viele andere hatten es ähnlich gemacht. Da stand ich nun – in der einen Hand ein Kleinkind, in der anderen einen Fahrrad-Kindersitz. Der Sitz hielt sich mit Gefühlsausbrüchen zurück, allerdings sah das beim Nachwuchs anders aus. Mit großen Augen wurde ich gefragt, was passiert ist und wo unser Rad hin sei. Tja, wie erklärt man nun einem Kleinkind den Umstand des Diebstahls? Monatelang hatte ich gespart um mir das gebrauchte Rad bei einem An-und Verkauf zu besorgen, denn so viel Geld besaß ich damals nicht. Die Freude bei der ersten Fahrt war unsagbar groß und der Nachwuchs jauchzte auf dem Sitz. Nun gab es Tränen, Enttäuschung und Erklärungsversuche einer ebenso traurigen Mutter. Ich sprach darüber, dass es Menschen gibt, die anderen etwas wegnehmen, was ihnen nicht gehört. Es gibt verschiedene Gründe, angefangen bei „weil sie es schön finden“ bis hin zu „weil sie es verkaufen wollen um Geld zu bekommen“. Manche Menschen folgen ihrem Beschaffungsinstinkt, um eine noch schlimmere Krankheit zu bekämpfen, anderen haben gelernt, so ihr Taschengeld aufzubessern und wieder anderen macht es einfach nur Spaß. Die Wahrscheinlichkeit, dass man den gestohlenen Gegenstand zurück bekommt, ist gleich Null und auch wenn der materielle Schaden zumindest anteilig oft über die Versicherung abgesichert, bleibt der emotionale Schaden. Auch wenn uns dieses Ereignis mitgenommen hat, haben wir nicht aufgehört zu geben. Unser Hab und Gut sichern wir noch besser, aber das, was wir bereit sind zu geben, geben wir mit warmer Hand. Manchmal reicht ein Blick auf das, was man hat, um zu wissen, dass anderen weniger gesegnet sind…

Das kannste schon mitnehmen,

aber dann isses geklaut…

Unbekannt

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