Loslassen heißt zu akzeptieren..

..wenn man merkt, dass die Vergangenheit nicht die Zukunft bestimmt.

Schon in jungen Jahren fiel es mir schwer neue Leute kennenzulernen, stand ich doch nie gern im Mittelpunkt und gehörte zu der schüchternen Sorte von Menschen. Mein Freundeskreis, ja nicht mal der Kreis meiner Bekannten, umfasste zu irgendeiner Zeit eine dreistellige Zahl und ich war ehrlich gesagt nie traurig darüber. Die Menschen, mit denen ich mich umgab, waren an zwei Händen abzählbar und das reicht mir bis heute vollkommen aus. Durch Partnerschaften und verschiedene Jobs lernte ich natürlich auch immer mal wieder andere Menschen kennen und manches Mal hat mich mein Weg auch wieder zu Personen aus meiner Vergangenheit geführt. So geschah es auch mit meinem ehemals besten Freund. In unserer Jugend waren wir wie Pech und Schwefel, haben zusammen gelacht und geweint, in meinen dunkelsten Stunden wusste ich ihn an meiner Seite. Das Leben trennte uns und als es uns wieder zusammenführte, konnte ich es kaum fassen. Dass wir uns beide verändert hatten, war mir durchaus bewusst, doch wie sehr uns die Veränderung trennte, konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht erfassen. Es hat seine Zeit gebraucht, bis ich begriff, dass wir nicht nur erwachsen geworden waren, sondern dass sich auch unsere Werte verändert hatten. Natürlich hab ich auch andere Freunde, die nicht stetig an meiner Seite waren. Manche seh ich vielleicht zwei Mal im Jahr und doch ist es immer wieder so, als hätten wir uns gestern erst getroffen. Mit meinen Mädels muss ich nicht täglich schreiben oder telefonieren – wir leben alle unser Leben aber wir wissen auch die gemeinsame Zeit zu schätzen und teilen noch immer die selben Werte. Ich meine auch, dass ich mich dahingehend nicht so sehr verändert hab – was ich damals falsch fand, find ich noch immer falsch. Bei meinem ehemals besten Freund jedoch sah das anders aus. Früher war er eine treue Seele, jemand, für den ich meine Hand ins Feuer gelegt hätte, doch mit der neugewonnen Zeit stellte sich heraus, dass ich dies nun nicht mehr konnte – zumindest nicht, wenn ich nicht Gefahr laufen wollte, mich zu verbrennen. Die Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit ließ mich viel zu lang an der Hoffnung festhalten, es könnte wie früher werden. Irgendwann jedoch erkannte ich, dass das Hier und Jetzt ein ganz anderes ist und auch wenn es mir schwer fiel, entschied ich, ihn aus meinem Leben gehen zu lassen. Ich war enttäuscht, doch manchmal ist Enttäuschung der Anfang einer endenden Freundschaft…

by KathiStrophe

Man braucht keinen Grund, um zu gehen, wenn man keinen mehr hat, um zu bleiben..

Unbekannt

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